comment 0

Sleater-Kinney

I could be demure
like girls who are soft for
boys who are fearful of
getting an earful
but I gotta rock!
I’d rather be a ladyman
(Sleater-Kinney – The Ballad of a Ladyman)

Zu den eher guten Neuigkeiten des sich zum Ende neigenden Musikjahres gehört zweifelsohne die Comeback-Meldung aus dem Hause Sleater-Kinney. Für gewöhnlich halte ich wenig von Reuniongeschichten und lebensverlängernden Maßnahmen im Popzirkus, weil die meist belanglose, manchmal ärgerliche und ab und an sogar tragische musikalische Ergebnisse mit sich bringen. Da werden dann höchst halbgare Tonträger auf den Markt geworfen, gerne auch in Form einer Best-of-Platte mit 2 unveröffentlichen B-Seiten, große Nightliner gebucht und noch größere Mehrzweckhallen, Beschaulichkeiten ausgetauscht und zurecht vergessene Peinlichkeitsposen und -possen von neuem einstudiert. Nie war Rock n‘ Roll belangloser als überall dort, wo sich alte Herren nach Jahren oder Jahrzehnten in ihre zu engen Hosen quetschen, um „ein letztes“ (oder vorletztes oder vorvorletztes) Mal gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Das ist in Musik geronnene Kaffeefahrtenlogik, das ist Mist.

Das alles gilt ganz ausdrücklich nicht für Sleater-Kinney. Weil die noch nicht fertig waren mit ihrer Agenda, sondern einfach mal ne Dekade Frischluft schnuppern mussten. Behaupte ich jetzt mal. Und schließlich sind die 3 keine alten Säcke, sondern eher mittelalte Säckinnen. Laute Mädels, Girls, GRRRLS.

Ich mochte an Sleater-Kinney immer vieles: den Krach, den Look, die sich überschlagenden Stimmen von Corin Tucker und Carrie Brownstein und die Instrumentierung (2 Gitarren, 1 Schlagzeug, kein Bass). Ich mochte die Lyrics, die Wut, den Mut und die Kompromisslosigkeit und war ganz schön traurig, als sie sich nach ihrem großartig krachigen 2005er-Album The Woods verabschiedet haben.

Am Montag haben Carrie, Corin und Janet bekannt gegeben, dass ein neues Album bereits im Kasten ist und im Januar via Subpop erscheinen wird. Die erste Auskopplung  Bury Our Friends (siehe Video oben) ist bereits mit einem hübschen Handyvideo (starring Miranda July) ins Netz gewandert und die Refrainzeilen Exume our idols / bury our friends / we’re wild & weary / but we won’t give in haben sich schon gehörig in meinem Kopf festgefressen. 2015 könnte gut werden. Oder zumindest besser als bislang angenommen. Die Zeichen stehen auf Sturm und der Sturm und ich sind Freunde.

Mehr Infos:
Homepage der Band
Sleater-Kinney bei laut.de

No Cities To Love, das 8. Studioalbum von Sleater-Kinney, wird am 20. Januar 2015 via Subpop veröffentlicht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s