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Beautiful Belgrad

2014-10-10 11.52.25 Kopie
Zurück aus Belgrad, Београд, der weißen Stadt, wo ich die letzten Tage verbracht habe. Irreführender Beiname übrigens, weil weiß ist da wenig. Eher grau, grün (ja, wirklich!), blau, bunt. In unterschiedlichen Schattierungen und Verwitterungszuständen, was der Stadt an vielen Stellen enorm gut zu Gesicht steht.

Belgrad wirkt auf mich: fordernd, laut, schmutzig, vielschichtig, sehnsüchtig und auf eine recht positive Weise: unverfroren. Wenn die Stadt ein Duft wäre, dann wäre er kräftig und würzig, mit Anteilen von Tabak, Kaffeearomen und Waschmittel.

Belgrad hat mich in Beschlag genommen und war vom ersten Tag meines Besuchs an: voll da. Ein Tourismus-Tipp also auch für all diejenigen, die sich mit der Erkundung von fremdem Territorium eher schwer tun – und auch die Sache mit dem kyrillischen Alphabet ist vergleichsweise zugänglich, weil an vielerlei Orten beide Zeichensysteme, das kyrillische und lateinische gleichberechtigt nebeneinander Verwendung finden.

Belgrad hat mich beeindruckt, nicht zuletzt architektonisch, weil die Vielschichtigkeit und Komplexität dieser Stadt und ihrer Geschichte sich auch an den Fassaden ablesen lässt. Jugendstil und Gründerzeit neben sozialistischen Monumentalbetonlösungen. Orient neben Österreich, Klinker neben Glasfassade. Ganz oft ganz direkt nebeneinander, aufgefüllt mit Nischen- und Behelfslösungen – wilde Stromkabeleskapaden, Ruinen, die (vorerst) auch als solche sichtbar bleiben (sollen) und interessante Restaurationslösungen. Am ödesten  – kaum erstaunlich – erscheint da die langweilige Machbarkeitsarchitektur der neuen großen Einkaufszentren.

In 7 Tagen traf ich nur null bis eine unfreundliche Person, mit Tendenz zu null (meine Reisebegleitung und ich vermuteten im Nachhinein, dass es sich eher um Überforderung als Unfreundlichkeit gehandelt haben dürfte) – und selbst die Taxifahrer waren gut zu uns. Und in Belgrad kann man sogar einen kompletten Tag auf einer Insel verbringen, ohne die Stadt verlassen zu müssen, was meiner Vorstellung von einem optimalen Reiseziel doch sehr nahe kommt.

Eigentlich wollte ich mir ein Bild machen, von der Lage der Nation zum Beispiel, hab mich dann aber aus Bequemlichkeitsgründen dazu entschieden, lieber Bilder von den lokalen Biersorten zu machen (unser Favorit: Lav, dicht gefolgt von Jelen, Niksicko und BiP). Diese und ein paar andere Fotos gibt es hier zu sehen.

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