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Let’s talk about gender Baby!

Vor einigen Jahren – im Herbst 2005, wenn ich mich recht erinnere – besuchte ich mit meinem damaligen Boss und Buddy DJ Fett und den reizenden Planet-Rock-Kollegen ein kleines Plattenladen-Konzert bei DENSE RECORDS in Berlin. Den Laden gibt es meines Wissens gar nicht mehr, zumindest nicht in der früheren Location (in der Danzigerstraße), was durchaus bedauernswert ist, weil es da hübsch war und die Plattenkisten alle prall voll mit ungewöhnlicher, merkwürdiger und hysterischer Musik (die Vermutung, dass sich mit Schallplattenläden ohnehin kaum Geld verdienen lässt, und „Extravaganz“ und „Obskurität“ nicht unbedingt Label sind, die diesem Trend ein Schnippchen schlagen, überspringe ich mal. Die Welt ist schlecht, die Portemonnaies leer und iPhones ganz schön teuer).

An besagtem Frühabend gab es Flaschenbier, Gehsteig-Smalltalk und eine Video-Musik-Performance von Janine Rostron aka PLANNINGTOROCK. Ziemlich gutes Bier, ziemlich gute Performance (an die Gespräche, der Ex-Boss und die Kollegen mögen es mir verzeihen, erinnere ich mich nicht mehr). Frau Rostron sang unter anderem darüber, wie sie mit ihrem kleinen roten Auto durch Berlin fährt. Und dazu gab es Videos zwischen Rorschachtest und Kaleidoskop. Danach war ich: angetrunken und -tan. Und auch ein klein wenig Fan.

Letzten Monat erschien nun das neue Album von PLANNINGTOROCK, das den programmatischen Titel „All love’s legal“ trägt. Und hier scheint es tatsächlich um Programm zu gehen, Songs wie „Let’s talk about Gender Baby“, „Patriarchy Over & Out“ oder „Beyond Binary Binds“ sprechen eine recht eindeutige Sprache. Zu eindeutig, dachte ich mir beim ersten Hör-Durchlauf zunächst. „All love’s legal, you cannot ilegalize love.“ Hmmm, kann man sehr wohl, passiert alle paar Minuten irgendwo auf der Welt, siehe Uganda, Nigeria, Iran etc. Aber als Maxime und Forderung funktioniert das natürlich trotzdem, bin ich dabei.

Die Geschlechterrollen-Kritik, die PLANNINGTOROCK hier aufmacht, ist nicht allzu komplex. Aber darum geht es ihr bestimmt auch gar nicht. Und ab und an scheint es mir auch gar nicht so verkehrt zu sein, zu einfachen Aussagen zurück zu kommen. „Gender’s just a lie“. Ja, warum nicht, I’m in. Würde ich auch gerne als Graffiti auf einer Hauswand lesen. Und tanzen lässt sich dazu natürlich prima, vor allem, weil die Musik dazu so hübsch reduziert (im Sinne von: wenig Elementen) und trotzdem verwaschen (im Sinne von: Dub) klingt.

Macht Spaß. Dicke Anhör- und Kaufempfehlung.

PLANNINGTOROCK im Netz:
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